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Swisttal erhält Anerkennung beim Bundespreis kooperative Stadt

Weitere Informationen zum Bundespreis sowie zu den ausgezeichneten Kommunen unter www.koop-stadt.de
Auf dem Bild sind die beiden Mitarbeiter des Fachbereichs, der bei

Nicole Eichmanns (l.) und Melina Dülberg (4.v.l.) vom Fachgebiet ISEK, Fachbereichsleiter Jürgen Funke (2.v.l.) und Petra Kalkbrenner (3.v.l.).

Swisttal. Bei der Bundespreisverleihung kooperative Stadt - „Koop.Stadt“ - hat die Gemeinde Swisttal in einem ansonsten großstädtischen Umfeld ebenfalls eine Anerkennung erhalten. Der Bundespreis wurde erstmals im Mai 2021 durch das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, einer Gemeinschaftsinitiative von Bund, Ländern und Gemeinden, vergeben. Prämiert wurden herausragende kommunale Beispiele einer Kooperationskultur zwischen einer Kommune und ihren zivilgesellschaftlichen Akteuren. Sieben Kommunen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben in Richtung Koop.Stadt erhielten eine Anerkennung. Dies sind die Städte München, Frankfurt/Main, Wuppertal, Krefeld, Flensburg und Coburg und eben Swisttal.

Die Gemeinde bewarb sich mit den drei folgenden Planungs- und Beteiligungsprozessen im Bereich Gemeindeentwicklung: der Bürgerbeteiligung bei der Erarbeitung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK), den kooperativen Entwicklungsprozessen für Buschhoven mit dem Projekt „Bürger- und Kulturscheune im Dietkirchenhof“ und für Odendorf mit dem Projekt „Multifunktionaler Neubau Schule mit integriertem Dorfsaal“ im Zuge des ISEK sowie der Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Verwaltung und DORV UG zur Etablierung eines Nahversorgungszentrums im Ortskern von Buschhoven.

Für die Erarbeitung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) führte die Gemeinde verschiedene Beteiligungsprozesse (Bürgerwerkstätten, Online-Beteiligungen, Workshops) durch. Ziel war es, die Bürgerinnen und Bürger, die Verwaltungsmitarbeitenden und die kommunale Politik als Experten der eigenen Lebensumwelt frühzeitig und aktiv in den Planungsprozess einzubinden und gemeinsam Handlungsbedarfe und potenzielle Maßnahmen für die zukünftige Entwicklung zu identifizieren. Die Ergebnisse der Beteiligungsformate bildeten die Grundlage für die Erarbeitung des Entwicklungskonzeptes.

Im Zuge des von der Gemeinde erarbeiteten Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK), werden in einem kooperativen Entwicklungsprozess für die Ortsteile Buschhoven und Odendorf, mit den Projekten „Multifunktionaler Neubau Schule mit integriertem Dorfsaal“ und der „Bürger- und Kulturscheune im Dietkirchenhof“, zwei Gemeinbedarfseinrichtungen/ soziale Treffpunkte geplant. Sowohl die Umsetzung und konzeptionelle Ausgestaltung der geplanten Nutzungsangebote als auch die damit zusammenhängende aktivierende und koordinierende Integrations- und Quartiersarbeit wird derzeit durch die Verwaltung gemeinsam mit den Bürgern erarbeitet. Zukünftig soll ein externes Quartiersmanagement die Arbeit in beiden Ortsteilen unterstützen.

Eine Kooperation zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung und DORV UG erarbeitet derzeit ein Projekt zur Etablierung eines Nahversorgungszentrums, welches dem strukturellen Wandel und dem Funktionsverlust des Ortskerns in Swisttal-Buschhoven entgegenwirken soll. Die Gestaltung der Planung sowie die Umsetzung und Verstetigung des Projektes wird dabei maßgeblich von der Bürgerschaft des Ortes getragen. Die Verwaltung nimmt lediglich eine organisatorische Position ein, agiert als Anlaufstelle und Bindeglied zwischen Zivilgesellschaft und Politik und wirkt gemeinsam mit der DORV UG beratend und unterstützend.

„Für die Gemeinde Swisttal ist die Anerkennung beim Bundespreis kooperative Stadt in einem großstädtischen Gewinnerfeld ein herausragender Erfolg. Ich freue mich sehr, dass die innovative und kooperative Beteiligung der Bürger bei der städtebaulichen Entwicklung für Swisttal und die fortdauernden Kooperationsprojekte mit zivilgesellschaftlichen Akteuren gewürdigt werden. Für das große Engagement aller Beteiligten und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Swisttaler Bürgerinnen und Bürgern bedanke ich mich. Bei der gemeinsamen Zukunftsgestaltung Swisttals sind wir am Beginn einer vielversprechenden Entwicklung“, sagt Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner.

Die Jury des Bundespreises hat einzelne Aspekte der bereits entwickelten Kooperationskultur der Gemeinde als sehr positiv bewertet und hält diese für vorbildhaft. Der Gemeinde wurde daher von der Jury eine Anerkennung zugesprochen mit folgender Begründung:

„Die Jury hebt das selbsterklärte Ziel der Kommune hervor, das Empowerment der Zivilgesellschaft und den Aufbau selbsttragender Strukturen durch Verantwortungsübernahme voranzutreiben. Hierzu gibt es in Swisttal klare Anlaufstellen für die Bürger und intelligente Schnittstellen zwischen den verschiedenen Verwaltungsstellen. Auch auf Projektebene, z.B. bei der Planung eines Nahversorgungszentrums, wird innovativ, und kooperativ gehandelt. So werden komplexe Prozesse in fassbarere, kleine Aufgaben heruntergebrochen und Bürger zur Mitwirkung angeregt.“

Aus über 80 Bewerbungen wurden 13 Kommunen, die im besonderen Maße kooperative Stadtentwicklungsprojekte vorantreiben, als Koop.Stadt ausgezeichnet. Die Preisträger des Bundespreis Koop.Stadt sind: Kiel, Mannheim, Aachen, Halle/Saale, Nürnberg, Berlin (Mitte), Dinslaken, Tübingen, Schwerte, Landau (Pfalz), Dessau-Roßlau, Wittenberge, Eltville am Rhein. Ausgezeichnet wurden unterschiedliche Kooperationsinstrumente wie Kooperationsvereinbarungen und Konzeptvergaben über Koordinierungsstellen, Flächenbeiräte und Freiraumbüros, ein Referat Kreative Stadt, vielfältigen Runden Tische, temporären Testnutzungen und ein Tiny Rathaus sowie Pioniernutzungen oder selbstverwaltete Quartiersgenossenschaften.

Weitere Informationen zum Bundespreis sowie zu den ausgezeichneten Kommunen können der Internetseite www.koop-stadt.de entnommen werden.