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Beethovenjahr 2020

 

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Enthüllung der Informationstafel auf dem alten Jüdischen Friedhof in Heimerzheim

Heimerzheim. Die Gemeinde Swisttal gedenkt in jedem Jahr am 27. Januar auf dem alten jüdischen Friedhof der Opfer des Nationalsozialismus. Im Gedenken an die ermordeten jüdischen Bürger wurde in Abstimmung mit der Synagogengemeinde Bonn im Jahr 1981 ein Gedenkstein errichtet. Auf Anregung des Initiativkreises „Informationstafel alter jüdischer Friedhof Heimerzheim“,  ehrenamtlich engagierter Bürger in Swisttal und auf Beschluss des Rates wurde zur Verdeutlichung des Kontextes der Inschrift auf dem Gedenkstein eine Informationstafel aufgestellt.

 

Die Worte aus den Psalmen stehen in deutscher und hebräischer Sprache auf dem Gedenkstein und sollen an die von den Nationalsozialisten ermordeten jüdischen Bürger erinnern: „Sie sagten kommt lasst uns sie vernichten, ihr Volk ausmerzen und der Name Israel soll nie wieder erwähnt werden.“ Mit dem vom Initiativkreis erarbeitenden und dem Landesverband der jüdischen Gemeinde abgestimmten Text der Informationstafel, wird die Inschrift des Gedenksteins in den Kontext des Psalmen gestellt. Gemeinsam mit der Gemeinde, Vertretern des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Nordrhein und dem Initiativkreis wurde die Informationstafel enthüllt.

 

An der Feierstunde nahmen Vertreter jüdischer Vereinigungen, Vize-Landrätin Michaela Balansky, Vertreter der Bundespolizei, Ratsmitglieder und Vertreter von Institutionen, Schüler der Georg-von-Boeselager-Schule und Bürger teil.

Die Enthüllung erfolgte an einem doppelt bedeutsamen Tag: dem 70. Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes und dem jüdischen Freudentag Lag BaOmer, am 23. Mai, so Rubinstein vom Landesverband der jüdischen Gemeinden Nordrhein. Rubinstein stellte erfreut fest: „Das ist ein besonderer Tag aus jüdischer Sicht.“.

 

Erfreut äußerte er sich auch  zur Lage und dem Zustand des jüdischen Friedhofs.  “Sichtbar jüdisches Leben, zentral verortet im Wohngebiet von Heimerzheim“, sagte Rubinstein. Er plädierte für die gemeinsame Verantwortung und das Einstehen für die Demokratie. „Wichtiger als Worte und Beschlüsse aber sind Haltungen und Taten, die jeder einzelne jeden Tag realisiere oder auch unterlasse“, sagte Michael Gadow vom Initiativkreis. Einen besonderen Beitrag leisteten die Schülerinnen und Schüler der Georg-von-Boeselager-Schule. Sie hatten sich im Vorfeld in einer freiwilligen Arbeitsgruppe mit dem Grundgesetz und der Demokratie auseinandergesetzt. Die Schüler betonten mit bedeutenden Texten auf selbsterstellten Plakaten die Menschenrechte, Menschenwürde und die Glaubens- und Gewissensfreiheit. „Für die junge Generation hat das Grundgesetz eine starke Bedeutung. Ohne das Grundgesetz gäbe es die bestehende demokratische Gesellschaftsordnung nicht. Das Deutschland von heute ist ein Staat, in dem es keinen Platz für Diskriminierung, Antisemitismus, Homophobie und Xenophobie geben dürfe; nicht im Alltag und erst recht nicht in der Politik“, so Lehrer Jonas Weichel.

 

So beinhaltet der Text der Informationstafel ein Bekenntnis zu Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit. Das Grundgesetz der Bundesrepublik ist das Fundament der rechtsstaatlichen Demokratie. Daher ist der 23. Mai 2019,  an dem das 70-jährige Bestehen des Grundgesetztes gefeiert wird, ein bedeutsamer Tag, um ein Zeichen gegen Antisemitismus und für Menschlichkeit zu setzen. Zugleich drückt das Bekenntnis zum Grundgesetz sowie den Menschenrechten und Menschenpflichten aus. Dies zweigt wie wichtig es den Swisttaler Bürgern ist, sich für ein respektvolles, friedliches Miteinander einzusetzen; sich friedlich zu verhalten und anderen Menschen mit Respekt, Freundlichkeit, Verständnis und Hilfsbereitschaft zu begegnen. „Zugleich ist beabsichtigt, durch das Bekenntnis zu den Menschenrechten zu verdeutlichen, dass sich die Bürger der Gemeinde Swisttal hierzu bekennen und sich dazu verpflichtet fühlen, die Menschenwürde und die Menschenrechte im täglichen Zusammenleben zu achten und zu schützen“, sagte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner.

 

Infotafel Jüdischer Friedhof - Bild 1

 Hermann Menth, Petra Kalkbrenner, Hermann Leuning, Michael Gadow, Michaela Balansky und Michael Rubinstein

 

Infotafel Jüdischer Friedhof - Bild 2

 Schüler der Sekundarschule trugen Texte vor und zeigten selbsterstellte Plakate



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